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Der Tempel ist kaputt

Gedanken zum Monatsspruch September

Der Tempel ist kaputt.
Er liegt in Schutt und Asche.
Das jüdische Volk ist zurück aus dem Exil in Babylon und muss sich im neuen, alten Land wieder zurecht finden. Jeder muss schauen wo er bleibt. Die einen kümmern sich um den Alltag und versuchen zu überleben. Den anderen geht es schon besser und Sie versuchen den Besitz zu vermehren. Ähnlich wie heute auch. Man lebt nebeneinander her und kümmert sich um die eigenen Sachen. Alltag. Alles ist wichtiger als der Tempel.

In diese Situation hinein spricht Gott durch seinen Propheten Haggai und versucht die Sinn- und Ziellosigkeit vor Augen zu führen. Irgendwie versuchen alle etwas zu tun. Es herrscht große Geschäftigkeit. Aber so bringt es niemanden wirklich weiter.
Stattdessen sagt Gott: "Baut meinen Tempel wieder auf". Der Tempel, das Symbol für Gottes Gegenwart und Gottes Verehrung im Alten Testament. Holt mich endlich wieder zurück in euer Bewusstsein und gebt mir die Ehre, die mir zusteht. Denn wenn ich mit dabei bin, dann könnt ihr Großes erwarten.
Ich werde das, was ihr tut, segnen und dann werdet ihr selber ein Segen sein.

Ok, Tempel bauen. Nicht unbedingt unser Ding heute. Ist ja auch schon ganz schön lange her und als Christen brauchen wir ja auch keinen Tempel mehr. Eigentlich noch nicht mal ein Kirchengebäude.
Als Christen sind wir selbst Teil des Tempels, wenn wir auf Jesus bauen (Epheser 2, 20). Ja, das geht soweit, das Gottes Geist in jedem Christen wohnt (1.Korinther 3,16).
Also, wie sieht es aus mit deinem Tempel? Was hindert dich daran aufzuräumen oder wieder aufzubauen? Wo setzen wir unsere Prioritäten?
Wie wäre es mit mehr Zeit für Gottes Gegenwart und Gottes Verehrung? Mehr Zeit zum Beten, zum gemeinsamen Nachdenken über den eigenen Glauben, zum Bibel lesen, zum Gottesdienst feiern? Wenn Gott unsre Mitte ist, dann wird er segnen was wir tun. Das hat er fest versprochen!


Marc Willwacher, GKR Domgemeinde
 

Ihr sät viel und bringt wenig ein;
ihr esst und werdet doch nicht satt;
ihr trinkt und bleibt doch durstig;
ihr kleidet euch, und keinem wird warm;
und wer Geld verdient,
der legt's in einen löchrigen Beutel.

Haggai 1,6

 

Letzte Änderung am: 01.09.2021