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RSSPrint

Verschiedene Kronen

Gedanken zum Monatsspruch November 2022

 


Man sollte die Dinge nicht über den grünen Klee loben und sie auch nicht schlecht reden.
Man sollte die Dinge einfach beim Namen nennen.
So macht es auch der kleine König in dieser Geschichte:
„Es war mal ein kleiner König der hatte zwei Kronen. Eine silberne Schlechte-Laune-Krone und eine goldene Gute-Laune-Krone. Wenn er morgens aufstand setzte er die Krone auf, die zu seiner Laune passte. Wenn er die Gute-Laune-Krone aufsetzte freuten sich die Diener und brachten ihm leckeres Frühstück mit Croissants und frischem Kaffee. Der Stallbursche sattelte das beste Pferd für einen erfrischenden ausritt. Wenn der König schlechte Laune hatte setzte er die silberne Krone auf. Dann waren die Diener in Furcht und brachten ein labbriges Toast und kalten Kamillentee zum Frühstück und der Stallbursche machte einen Verband ans Pferd, damit der König nicht ausreiten konnte um seine schlechte Laune am Pferd auszulassen. Eines Tages wachte der kleine König mit guter Laune auf, setzte aber versehentlich die Schlechte-Laune-Krone auf. Da brachten ihm die Diener nur langweiliges Frühstück, worüber sich der König ein bisschen ärgerte. Als er in den Stall kam und einen Ausritt machen wollte, da hieß es, sein Pferd hätte einen verstauchten Huf und könne nicht ausreiten, da wurde der König noch etwas ärgerlicher. So ging der Tag weiter, am Ende des Tages war er richtig schlecht gelaunt. Und als er abends seine Krone absetzte, da wurde seine Ärgerfalte auf der Stirn zu einer Nachdenkfalte. Was wenn die Schlechte-Laune Krone an dem doofen Tag schuld war? Da kam ihm eine Idee. Ein paar Tage später war es soweit, er wachte mit schlechter Laune auf und setzte sich aber ganz bewusst die goldene Gute-Laune-Krone auf. Die Diener brachten leckere Pancakes und Orangensaft und Cappuccino zum Frühstück. Da besserte sich seine Laune ein ganz klein wenig. Als er in den Stall kam war sein Pferd gesattelt und nach dem Ausritt an der frischen Luft hatte er schon fast vergessen, dass er morgends mit schlechter Laune aufgewacht war. Am Abend fällte er einen Entschluss. Er wollte mit seiner königlichen Yacht an die tiefste Stelle des Meeres fahren und die silberne Schlechte-Laune-Krone versenken. Gesagt, getan. Und hinfort wachte der kleine König vielleicht noch manchmal mit schlechter Laune auf, aber bis zum Abend hatte der kleine König immer gute Laune durch die schönen Erlebnisse des Tages.“

Am Beginn der Geschichte folgt der König der Mahnung Jesajas und benennt die Dinge beim Namen:

„Heute habe ich schlechte Laune“, sagt er mit seiner silbernen Krone seinem Personal.
Am Ende des Tages hat er sie immer noch, oder gar schlimmer. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Zufällig lernt der König aber, dass es manchmal gut tut, die Dinge etwas positiver anzugehen, als sie es sind. Worte haben Macht. Das wusste der Prophet Jesaja, deswegen hat er die Ermahnung vor fast 3000 Jahren aufgeschrieben. Und sie ist heute so wichtig, wie damals. Man darf die Dinge nicht verdrehen, man muss sie beim Namen nennen. Aber ein paar Vorschusslorbeeren haben noch selten geschadet.

Seraja Hoffmann, Jugendreferentin in der Region Fürstenwalde

 

Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!


Gedanken zum Monatsspruch für November 2022

 

Grafik: Pfeffer, gemeindebrief.evangelisch.de

Letzte Änderung am: 19.09.2022